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Die Nachricht von Ihrem Vorgehen gegen Nadja Drygalla hat mich erschüttert. Sie muß ganz schön unter Druck gesetzt worden sein, daß sie das Olympische Dorf verlassen hat, obwohl sie sich zu den Werten der Olympischen Charta und den in der Präambel der DOSB-Satzung niedergelegten Grundsätzen bekannt hat.

Frau Drygalla hat sich nichts zuschulden kommen lassen. Sie hat zusammen mit ihren Ruderkolleginnen ihr Bestes im Wettkampf gegeben. Sie hat nie irgendwelche Störungen verursacht oder sich irgendwem gegenüber unfair verhalten. Sie hat niemanden beleidigt und sich - im Gegensatz zu manchen anderen - keine persönlichen Verfehlungen geleistet.

Während Sportler und Sportlerinnen, die des Dopings überführt wurden und deswegen schon gesperrt waren, nach wie vor hoch geachtet an den Spielen teilnehmen, wird eine Sportlerin durch den Dreck gezerrt, weil sie eine Beziehung zu einem Mann hat, der politisch nicht korrekt ist. So etwas kann man sich in Ländern wie China oder Nordkorea vorstellen, aber für ein Land, das immer wieder betont, ein "freiester Rechtsstaat" zu sein, ist das unwürdig und absolut erbärmlich und beweist m.E., daß es mit diesem freien Rechtsstaat nicht weit her sein kann, zumal es sich hier auch noch um so etwas wie Sippenhaft handelt.

Und was ist denn mit den Begriffen "Toleranz", "Respekt" und "Fairness", die im Zusammenhang auch mit Sportereignissen immer in den Vordergrund gestellt werden und an denen sich die Sportler orientieren sollen? Es wäre doch selbstverständlich, daß sich erst einmal die Verbände und Funktionäre selbst daran ausrichten. Der Deutsche Ruderverband hat aber genau dagegen verstoßen - pfui!

Ich war in meiner Jugend selbst Sportlerin. In meinem Verband und zu meiner Zeit war es völlig undenkbar, wegen einer politischen Einstellung so benachteiligt zu werden (was im übrigen auch gegen das Grundgesetz Art. 3 verstößt, das für deutsche Verbände und Funktionäre auch gilt!).  Was hier geschehen ist, erinnert stark an das Vorgehen in Diktaturen!

Edda Schmidt

Der Offene Brief unserer RNF-Landesvorsitzenden BaWü wurde auch auf DS-Aktuell (http://ds-aktuell.de/?p=1946) veröffentlicht.




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