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Die ursprünglichen Erntebräuche, die noch aus heidnischer Zeit stammen, sind heute fast vollkommen verschwunden. Heute wird die Arbeit der Ernte mit Maschinen bewältigt, die die mühevolle Tätigkeit des Mähens, Bindens und Garbenaufstellens nicht mehr nötig machen. Dadurch sind aber auch die weihevollen Handlungen verdrängt worden.

Das größte bäuerliche Fest war die Kirbe, das sich über mehrere Tage erstreckte. In abgeänderter Form aufgrund des verlorengegangenen Verständnisses für den alten Sinn ist sie bis heute in ländlichen Gebieten Süddeutschlands erhalten geblieben. So manches Dorffest im Herbst wird Kirwe genannt, beim Cannstädter Volksfest gibt es eine Fruchtsäule, bei den Festumzügen werden Erntewagen mitgeführt, besondere Speisen dieser Zeit wie der Zwiebelkuchen zum Neuen Wein sind noch gebräuchlich. Manches lebt sogar wieder auf wie das Tragen von Lederhose und Dirndl (wenn auch oft schauderhaft kitschig), das beim Münchner Oktoberfest begonnen hat und sich nun immer mehr auch bei Festen in kleinen Orten ausbreitet.

 

Erntedank – das ist der Dank des Bauern für die glücklich eingebrachte Ernte, aber auch der Dank des Volkes an den Bauern, der die Ernährung sichert. Gerade auch in der heutigen Zeit, wo man in den Supermärkten das ganze Jahr über alles Obst und Gemüse kaufen kann, ist unser eigenes gesundes Bauerntum besonders wichtig – werden wir doch immer öfter vor Giften in den industriemäßig hergestellten Lebensmitteln gewarnt. Dazu kommen noch die genmanipulierten landwirtschaftlichen Erzeugnisse.

Das offizielle „Erntedankfest“ wurde erst 1933 eingeführt. Heute steht der erste Sonntag im Oktober als „Erntedank“ sogar im Kalender. Er wird aber fast nur noch in der Kirche begangen.

Besonders in den Städten wird aber der Erntedank immer mehr durch das ursprünglich von Irland in die USA und von dort zu uns gekommene „Halloween“ verdrängt. Der Name kommt von „All Hallow’s Eve“ und bezieht sich auf Bräuche am Abend und in der Nacht vor Allerheiligen, dem 1. November, dem damaligen dortigen Jahresbeginn. Bei den Katholiken wird heute noch zu Allerheiligen und Allerseelen der Toten gedacht. Damit ist die Verbindung gegeben zum Geistertreiben an Halloween, was überhaupt nicht zum Sinn des Erntedanks paßt. Während in Großbritannien und Amerika der Brauch eher beheimatet ist, wurde er hier von den großen Konzernen forciert und von den Medien gefördert. Keltisches wird ja gern betont, um das Germanische zu verdrängen. Halloween wird nicht nur am ursprünglichen Termin begangen, sondern schon Wochen vorher – wie ja auch die Weihnachtssüßigkeiten bereits ab Sommerende in den Regalen zu finden sind.

Während „Rübengeister“ – ausgehöhlte Rüben oder Kürbisse mit Lichtern darin – im Herbst, wenn die dunkle Jahreszeit beginnt, auch bei uns gebräuchlich waren, entsprechen die Geister mit Unruhestiften und Sachbeschädigungen nicht unserer Art.

 

Edda Schmidt, RNF BaWü

 

 

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